Urlaubszeit – auch für pflegende Angehörige!

Verhinderungs- und Kurzzeitpflege machen es möglich.

StädteRegion Aachen. Gerade Menschen, die einen pflegebedürftigen Angehörigen betreuen, sind oft erschöpft. Es ist wichtig, ein paar Tage auszuspannen, da die Pflege körperlich und psychisch sehr anstrengend und belastend ist. Um pflegenden Angehörigen ein paar Tage Urlaub zu ermöglichen, ist der Anspruch auf Verhinderungs- und Kurzzeitpflege gesetzlich festgelegt. Die Pflegeberatung der StädteRegion Aachen weist darauf hin, dass die Pflegeversicherung einen Teil der Kosten übernimmt.

Macht die private Pflegeperson Urlaub oder ist durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Versicherung die Kosten für die Verhinderungspflege. Es besteht die Möglichkeit, dass der Pflegebedürftige und seine Angehörigen einen ambulanten Pflegedienst einschalten, der die Versorgung für die Urlaubszeit übernimmt. Daneben gibt es auch die Möglichkeit, eine private Pflegeperson mit der Versorgung zu betrauen. Ein Anspruch auf Verhinderungspflege besteht allerdings erst, wenn der Pflegebedürftige bereits sechs Monate Leistungen aus der Pflegeversicherung erhalten und zu Hause betreut worden ist.
Unabhängig von der Pflegestufe steht dem Pflegebedürftigen pro Kalenderjahr 1.612 Euro zur Verfügung – auch bei der so genannten „Pflegestufe 0“. Dieser Anspruch gilt für maximal 28 Tage und kann auf bis zu 6 Wochen im Kalenderjahr ausgedehnt werden, da bis zu 50 Prozent des Leistungsbetrages für Kurzzeitpflege zusätzlich für die Verhinderungspflege ausgegeben werden kann. Ein solcher zusätzlich in Anspruch genommener Erhöhungsbetrag wird auf mögliche Leistungen für eine Kurzzeitpflege angerechnet.

Viele Pflegebedürftige sind für eine begrenzte Zeit auf vollstationäre Pflege und Betreuung angewiesen. Für sie gibt es die Kurzzeitpflege in entsprechenden Pflegeeinrichtungen. Die Pflegekasse übernimmt 1.612 Euro bei Pflegestufe 0 bis 3 für 28 Tage Ersatzpflege in einem Seniorenheim pro Jahr. Der Leistungsbetrag für die Verhinderungspflege kann auch in vollem Umfang für die Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Dadurch kann der Leistungsbetrag verdoppelt und auf bis zu 8 Wochen pro Kalenderjahr ausgeweitet werden. Der in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird dann allerdings auch auf die Leistungen für eine mögliche Verhinderungspflege angerechnet.
Bei der Kurzzeitpflege bleibt ein Eigenanteil von ungefähr 30 Euro pro Tag für Unterkunft und Verpflegung. Dieser kann durch den Einsatz der zusätzlichen Betreuungsleistungen verringert werden.

Bekommen Pflegebedürftige Pflegegeld, wird während der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege bis zu vier Wochen je Kalenderjahr die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes weitergezahlt.

Hinweis:
Einzelheiten und weitere Informationen gibt es bei der Pflegeberatung der
StädteRegion Aachen Zollernstraße.10